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| Pressespiegel zum SSI-Projekt: Online-Veröffentlichungen | |||||||
| 02. März 2001 | |||||||
| NETZEITUNG.DE | |||||||
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Onlinesucht: Abhängig
sind «nur» drei Prozent
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Surfen macht süchtig das ist nicht neu. Matthias Jerusalem von der Berliner Humboldt-Uni glaubt aber, dass es so viele Süchtige gar nicht sind. BERLIN. Matthias Jerusalem ist vorsichtig, er ist Wissenschaftler: «Nach den Daten, die wir erhoben haben, gibt es so etwas wie Internet-Sucht», sagt er. Seit 1999 läuft an der Humboldt-Universität eine Studie zu den Gefahren des Internet-Konsums. Jerusalem leitet sie. Bei der Frage, für wen das Internet eine Gefahr ist, wird Jerusalem wieder vorsichtig: «In bestimmten Personengruppen gibt es möglicherweise hohe Anteile von problematischen Menschen.» Zu den «bestimmten Personengruppen» gehören für ihn vor allem männliche Jugendliche, Arbeitslose und Menschen, die allein leben also theoretisch alle, die viel Zeit haben. Online-Zeit ist
kein Kriterium Abhängig sei, wer immer mehr surft und nicht mehr aufhören kann. Wer unkonzentriert und zappelig ist, wenn er nicht surfen kann, wer keine Kontakte mehr zu anderen hat und auch im Alltag nur noch ans Internet denkt. Das sind nichts weiter als die klassischen Kriterien, die seit Jahrzehnten den medizinischen Suchtbegriff definieren: Toleranzsteigerung, Kontrollverlust, Entzugserscheinungen, soziale Einschränkung und Einengung des Verhaltens. Einen Zusammenhang
gebe es aber auch zwischen der Internet-Sucht und der Art, wie man mit
Schwierigkeiten umgeht: «Wenn ich Probleme habe, gehe ich ins Internet
und versuche sie zu vergessen», beschreibt Jerusalem das entsprechende
Verhalten. Auch eine Neigung zu depressiven Stimmungen, soziale Ängstlichkeit
oder ein geringer Glaube an die eigenen Möglichkeiten, etwas zu ändern,
seien bei den Süchtigen häufiger gefunden worden. Zwei Formen von Süchten gibt es: Solche, die an Stoffe gebunden sind, die der Körper immer wieder braucht wie sie Alkohol oder Drogen verursachen. Und solche, die nur im Kopf passieren Kaufsucht zum Beispiel. Zu diesen so genannten nicht stoffgebundenen Abhängigkeiten gehört die Sucht zu surfen. und zwischen ihnen scheint es auch einen Zusammenhang zu geben,sagt Jerusalem. Viele Surfoholics würden angeben, dass sie auch kauf- oder spielsüchtig sind. Theoriekonform Und immerhin liefert sie eine interessante Zahl in Deutschland sind demnach ungefähr 550.000 Menschen vom Netz abhängig - bezogen auf die 18,3 Millionen Menschen, die nach einer Studie von ARD und ZDF im Jahr 2000 das Internet nutzten.
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© 2000 Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie der Humboldt-Universität zu Berlin |
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