Stress und Sucht im Internet
Ein Projekt am PSILab der Humboldt-Universität zu Berlin
* Erste Befunde aus der Pilotstudie zur Internetsucht

An der Pilotstudie, die ab Juli 1999 für die Dauer von drei Monaten als Online-Erhebung im Internet durchgeführt wurde, beteiligten sich mehr als 10.000 Personen. Von ca. 9.000 Teilnehmern liegen uns vollständige Daten vor. Die Stichprobe erwies sich als repräsentativ im direkten Vergleich zu drei repräsentativen bundesdeutschen Studien mit der Ausnahme, dass der Altersdurchschnitt etwas niedriger lag.

Aufgrund der Antworten bei dieser Befragung waren wir in der Lage, ein Instrument zur Erfassung der Verhaltensauffälligkeit "Internetsucht" zu entwickeln. Das Instrument besteht aus fünf Subskalen zu folgenden Kriterien: Kontrollverlust, Einengung des Verhaltensraumes, Entzugserscheinungen, Toleranzentwicklung und negative soziale Konsequenzen.

Anhand dieser Kriterien haben wir ermittelt, dass 3,18 % der Teilnehmer unserer Online-Studie die problematische Verhaltensauffälligkeit "Internetsucht" aufweisen. Diese Personen verbringen durchschnittlich 34 Stunden pro Woche im Internet. Betroffen sind insbesondere Jugendliche: 8,2 % der Jungen und 6,0 % der Mädchen unter 18 Jahren. Ebenfalls stärker betroffen sind Menschen aus niedrigeren sozialen Statusgruppen im Vergleich zu Menschen aus höheren sozialen Statusgruppen. Die "Internetsucht" ist zudem häufiger zu finden bei Personen ohne festen Lebenspartner als bei solchen mit festem Lebenspartner. Schließlich zeigten Arbeitslose ein problematischeres Internetverhalten als Beschäftigte. Die betroffenen Personen nutzen insgesamt häufiger Chat- und Kommunikationssysteme, spielen häufiger über das Netz und beschäftigen sich stärker mit Downloads (fast ausschließlich Musik) als die nicht betroffenen Personen. Detaillierte Befunde werden in Kürze im Internet veröffentlicht.

Nochmals herzlichen Dank für die Teilnahme an alle diejenigen, die bei unserer Pilotstudie mitgemacht haben. Sie sind weiterhin herzlich eingeladen, auch bei den folgenden Untersuchungen mitzumachen.

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2000-2001 Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie
und Gesundheitspsychologie
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