Prof. Dr. Matthias Jerusalem
Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie

 

Gesellschaftlicher Umbruch als kritisches Lebensereignis



Die politische Wende und der gesellschaftliche Umbruch in Deutschland im Jahre 1989 bedeutete für die meisten in der DDR aufgewachsenen Menschen eine dramatische Veränderung ihrer Lebensumstände und Zukunftsperspektive. Sie mußten ihre gewohnten Handlungsorientierungen, Überlebenstechniken und sozialen Positionen aufgeben und unter geänderten Anforderungen neu gestalten.

Die Beiträge dieses Bandes zeigen aus psychologischer Perspektive, wie Menschen diese kritische Lebensphase erlebt haben, wie sich in der Folgezeit ihre Lebenssituation weiterentwickelt hat, und wie gut sie die neuen Anforderungen bewältigen konnten. Zahlreiche wissenschaftliche Befunde zum psychosozialen Krisenverlauf von Übersiedlern und Ostdeutschen machen deutlich, wie der gesellschaftliche Umbruch sich in verschiedenen Lebensbereichen niedergeschlagen und in die Funktionsweise von Menschen eingegriffen hat.

Die psychosozialen Folgen des gesellschaftlichen Umbruchs werden aufgezeigt anhand sozialer und beruflicher Lebensveränderungen, der Dynamik des subjektiven Krisenerlebens, individueller Anpassungs- und Bewältigungsprozesse und der Entwicklung der körperlichen Gesundheit.

In der historisch einmaligen Situation eines makrosozialen Wandels in Deutschland ist diese psychologische Längsschnittstudie ein beeindruckendes Dokument der Zeitgeschichte.

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INHALT

Die Idee: Begleitforschung zum politischen Umbruch

I. Gesellschaftlicher Umbruch und soziale Veränderungen

II. Krisenerleben und Krisenbewältigung

III. Gesundheit und Risikoverhalten

IV. Streß durch Wandel: Zwischen Betroffenheit und Wissenschaft

Autorenspiegel

Sachverzeichnis

Personenverzeichnis